Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft (SPLG)

(§ 34 Heimerziehung, „sonstige betreute Wohnform“)

„Familie mit Pfiff“

Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern. Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie

  • eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder
  • die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder
  • eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständiges Leben vorbereiten. Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.

Rechtsgrundlage für das Angebot der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften ist der § 34 KJHG. Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche und junge Volljährige im Alter von sechs bis achtzehn Jahren (Aufnahmealter ab sechs Jahre), die Hilfen zur Erziehung außerhalb der eigenen Familie benötigen.

In einer Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft leben ein bis zwei, je nach Möglichkeiten der betreuenden Familie, bis zu maximal drei Kinder mit der Mitarbeiterin der SPLG und deren Familie im eigenen Haushalt. Mindestens ein Partner sollte über eine pädagogische Ausbildung verfügen. Es erfolgt eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung über den Katholischen Sozialdienst Hamm, ab der Aufnahme des zweiten Kindes mit einer Vollzeitstelle. Ab der Aufnahme eines dritten Kindes wird die SPLG durch eine externe pädagogische Kraft unterstützt und entlastet.

Aufgenommen werden besonders herausfordernde Kinder und Jugendliche, die auf Grund von emotionalen und erzieherischen Vernachlässigungen, erlebten Gewalterfahrungen, häufigen Beziehungsabbrüchen oder ähnlichem ein eher professionelles Setting benötigen, aber doch Beziehungskontinuität, die ihnen über das Zusammenleben ermöglicht wird.

Im Verbund mit den Angestellten weiterer SPLGs findet im Rahmen von 14tägig stattfindenden Fachteams kollegiale Beratung beim Träger statt. Ziel ist die Vernetzung mehrerer SPLGs, zur gegenseitigen Unterstützung und Entlastung.
Darüberhinaus kann bei Bedarf Fortbildung und Supervision für die Mitarbeiter der SPLGs bewilligt werden.

juliane-schefferJuliane Scheffer